Malend die Welt erforschen
Im Zentrum meiner künstlerischen Arbeit steht die Wahrnehmung – die Frage, wie Wirklichkeit sichtbar wird und wie Bedeutung entsteht. Was daraus hervorgeht, bewegt sich zwischen Abstraktion und Erinnerung, geprägt von langjähriger beruflicher Erfahrung mit menschlichen Biografien, Konflikten und persönlichen Grenzsituationen.
Die Werke zeigen sich im Prozess: Farben werden geschichtet, Spuren gesetzt, überlagert, freigelegt und verwandelt. Farbe dient dabei nicht als Mittel der Beschreibung, sondern als eigenständiger Träger von Erfahrung. So entwickele ich Bildräume, in denen Wahrnehmung, Erinnerung und Gegenwart miteinander in Beziehung treten.
Für mich ist Malerei nicht die Abbildung einer feststehenden Realität, sondern der offene Prozess des Suchens, des Entdeckens und Erkennens. Während des Malprozesses entstehen Formen, die sich einer eindeutigen Bestimmung entziehen. Manche verschwinden wieder, andere gewinnen an Präsenz. Ich folge diesen Erscheinungen, ohne ihren Ausgang vorwegzunehmen. Malend schaffe ich ein Gegenüber, das Erfahrungen vermitteln kann, die sich sprachlich nur unzureichend erfassen lassen. Im Dialog mit dem Bild eröffnen sich neue Perspektiven auf die Welt – und auf uns selbst.
Allen Werkgruppen gemein ist das Interesse an Übergängen – zwischen Abstraktion und Figuration, Sichtbarkeit und Verborgenem, individueller Erfahrung und allgemein Menschlichem. Meine Malerei ist ein Ort der Spurensuche – nach dem, was sich zeigt, ohne sich vollständig festlegen zu lassen.

